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24.09.2008 | 23:15 Uhr
WDR
MISSMANAGEMENT BEI COOP
Das fast perfekte Verbrechen
Der Niedergang des Handelsunternehmens Ende der achtziger Jahre entpuppte sich als größter Wirtschaftskrimi der deutschen Nachkriegsgeschichte. Hauptdarsteller: Bernd Otto.
Hamburg – Als Bernd Otto im Juni 1993 vom Schwurgericht Frankfurt zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, war der Coop-Fall juristisch noch nicht abgeschlossen. Für den Missmanager war es hingegen der Abschied von der großen Bühne.
Er war nicht der Alleinschuldige in dem Gaunerstück um die Coop, das vom Regisseur Heinrich Breloer unter dem Titel “Kollege Otto – Die Coop-Affäre” Anfang der neunziger Jahre verfilmt wurde.
Otto war aber ohne Frage der bekannteste Protagonist. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Dieter Hoffmann und Werner Casper – dem mutmaßlichen Drahtzieher – hatte er den in der deutschen Wirtschaftsgeschichte bisher einmaligen Versuch unternommen, sich einen ganzen Konzern in der Größenordnung der Coop (50.000 Beschäftigte, zwölf Milliarden Mark Umsatz) unter den Nagel zu reißen. Begünstigt durch Fehler in der Konzernkonstruktion, die Gutgläubigkeit der Banken, den Beistand von Gewerkschaftsfunktionären und die mangelhaften Kontrolle des Aufsichtsrats.




















