Politik


24
Aug 10

Elektronischer Personalausweis: Sicherheitsdefizite bei Lesegeräten

Der (Un)Sicherheitsnachweis des neuen elektronischen Personalausweises (in Verbindung mit den Lesegeräten) durch den Chaos Computer Club in der Sendung Plusminus der ARD war ein großer Erfolg. Wie Heise.de berichtet [...] Die Zusammenarbeit des Fernsehmagazins Plusminus und des Chaos Computer Clubs hat wieder einmal Früchte getragen: Nach der Demonstration, wie ein Fingerabdruck gefälscht werden kann, soll in einer Sendung am heutigen Dienstagabend demonstriert werden, dass der elektronische Personalausweis unsicher ist. Diese Demonstration soll mit Basis-Lesegeräten erfolgen. Diese allerdings bewertet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) selbst kritisch. [HEISE]


20
Aug 10

Das Ende des Irak Krieges hat begonnen

Siebeneinhalb Jahre nach dem Beginn des Irakkriegs und der Besetzung des Landes haben die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen.

Eine örtliche Gedenkstätte in North Carolina zählt gefallene U.S. Soldaten; Dezember 2007.

Eine örtliche Gedenkstätte in North Carolina zählt gefallene U.S. Soldaten; Dezember 2007.

Eine Bilanz

getötete Soldaten insgesamt seit Kriegsbeginn

(Stand vom 31. Juli 2010)

  • 4.731 getötete Koalitionssoldaten davon
    • 4.413 US-Soldaten
    • 179 britische Soldaten
    • 139 Soldaten anderer Nationen
  • 9586 getötete irakische Soldaten und Polizeikräfte (Stand vom 31. Juli 2010)
  • 467 getötete Angehörige von privaten Sicherheits- und Militärunternehmen, z. B. Blackwater Worldwide (Stand vom 31. Juli 2010)

Erschreckender als die Zahl der getöteten Soldaten ist wohl aber die Zahl getöteter Zivilisten, wobei die Wikipedia hier sehr verschiedene Aussagen aufzeigt, es gibt faktisch keine verlässlichen Zahlen

getötete Zivilisten insgesamt seit Kriegsbeginn

  • laut Bodycount: mindestens 89.111 Menschen
  • laut John-Hopkins-Uni bis zu 100.000 Menschen

Kosten

  • USA: 79 Milliarden US-Dollar für den Krieg und seine Folgen, davon 62,6 Milliarden US-Dollar reine Kriegskosten
    • Seit Beginn des Krieges etwa 497,2 Milliarden US-Dollar (Stand vom 24. Februar 2008); 616 Milliarden US-Dollar (Stand vom 24. Juli 2008)
    • Laut Joseph Stiglitz belaufen sich die „wahren Kosten“ auf etwa 3 Billionen Dollar (Zeit-Artikel vom 26. Februar 2008)
  • Großbritannien: 3 Milliarden Pfund = 3,7 Milliarden Euro

Im Umfeld der Kriegsaktivitäten fand offensichtlich in großem Umfang Misswirtschaft statt, außerdem wurden weitverbreitet betrügerische Aktivitäten durch beteiligte Unternehmen ermittelt, die bis zu 23 Milliarden Dollar in dunklen Kanälen verschwinden ließen. Die Untersuchung dieser Vorkommnisse wird aber von der US-Regierung unterbunden.

Quelle: de.wikipedia.org
Bildquelle: Nils Fretwurst 8. Dezember 2007


20
Jul 10

[CCC] Forderungen für ein lebenswertes Netz

Der Chaos Computer Club (CCC) hat seit Beginn seines Bestehens die Chancen und Möglichkeiten, die das vernetzte Leben mit sich bringt, erkannt und propagiert. Viele der ursprünglichen – damals noch futuristisch anmutenden – Visionen sind inzwischen nicht nur Realität, sondern Selbstverständlichkeiten in der Mitte der Gesellschaft geworden. Der Einzug des Internets in den Alltag fast der gesamten Bevölkerung hat uns Datenschutzsorgen gebracht, aber auch zu einer Demokratisierung, einer Bereicherung aus wissenschaftlicher, sozialer und künstlerischer Sicht geführt. Die Selbstheilungskräfte des Internets haben dabei viele befürchtete dystopische Auswüchse ohne staatliches Eingreifen verhindern können. Aus unserer Sicht liegt der aktuellen Diskussion eine Fehleinschätzung zugrunde, an welchen Stellen Regulierungsbedarf notwendig ist und an welchen nicht. Weiterlesen →


18
Jul 10

Die Sache mit dem Bohrloch

BP hat nach eigenem Bekunden eine wirksame Art und Weise zum Verschluss des Bohrlochs, aus dem seit über 80 Tagen Millionen von Liter Öl in den Golf von Mexiko strömen, gefunden. Doch nun wird der Stöpsel wieder abgebaut. Im Herbst soll das Loch dauerhaft verschlossen werden.

[...] “Wertvolle Informationen” will BP während des provisorischen Verschlusses des defekten Bohrlochs im Golf von Mexiko erhalten haben. In Kürze soll das Loch wieder geöffnet werden, dann strömt das Öl wieder in einen – angeblich besseren – Auffangtrichter. Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat der britische Energiekonzern BP die Tests an der neuen Abdichtkappe über dem defekten Bohrloch um weitere 24 Stunden verlängert. Nach dem Ende der Belastungstests solle das Bohrloch wieder geöffnet werden, teilte US-Krisenkoordinator Thad Allen mit. Das am Meeresgrund austretende Öl werde dann vollständig aufgefangen und zu Schiffen an der Oberfläche weitergeleitet. [...] [N-TV]


14
Jun 10

Ü-Eier sammeln kann dich dein Hartz IV kosten!

Die dpa berichtete von einem Fall aus Detmold, bei dem man einem Sammler sein Hartz IV streichen wollte.

Das Amt vermutet hohe Gewinne durch den schwunghaften Handel mit den Figuren. Ein Artikel in der Lokalzeitung hatte die Aufmerksamkeit der Beamten erregt. Die Angelegenheit erscheint so obskur wie unterhaltsam. Aus bisher unbekannten Quellen will das zuständige Amt an ungekürzte Kopien von Kontoauszügen des 23-jährigen Sammlers gekommen sein. Woher die illegalen Kopien mit den Umsätzen des Betroffenen stammen, wollte man der dpa natürlich nicht verraten. Dort wird dem Beklagten im Januar ein Kontostand von 70.000 Euro bescheinigt. Nachdem es der Eiermann mit seiner Sammel- und Tauschleidenschaft sogar in die lokale Presse schaffte, wurde man von offizieller Stelle auf den Fall aufmerksam. Das Amt nimmt an, der Detmolder kann im Extremfall vom Handel mit den Devotionalien leben und will bis zur endgültigen Klärung der Vermögensverhältnisse die Zahlung vom Arbeitslosengeld II einstellen.

[...] Für die Behörden wird der Fall immer peinlicher. Die Bank des Betroffenen hat nun bestätigt, dass der Sammler nie 70.000 Euro auf dem Konto hatte. Dies hatte die Lippe pro Arbeit aber behauptet. Auch war aufgrund angeblich zugespielter Kontoauszüge behauptet worden, der Sammler hätte umfangreiche Umsätze mit seinen Figuren erzielen können. Seine Hausbank hat nun das Gegenteil ausgesagt. Schon nächste Woche will man zu einer Einigung kommen, um die Zahlung der ALG2-Leistungen wieder aufzunehmen. Eine Klage gegen die Behörde erscheint derzeit wenig wahrscheinlich. [...] Lies den ganzen Artikel

[Update] Das Verfahren wurde jetzt vom Sozialgericht abschließend behandelt. Die Zahlungen wurden zu Unrecht eingestellt. Auch die Staatsanwaltschaft wurde aktiv.

(via)


10
Jun 10

Sapere Aude

Großartige Argumentation von Fefe zur aktuellen Entwicklung der GEZ. Vorallem das Argument der selbstverschuldeten Unmündigkeit finde ich unschlagbar, hat ja schon vor 250 Jahren kein geringerer als Oberaufklärer Immanuel Kant massiv dafür gesorgt und es weiter getragen, als genau dieses Ziel (sich aus eben jener selbstständig zu befreien) zu unterstützen und zu verbreiten.

[...] Die GEZ ist tot. Bald sollen alle Gebühren abdrücken, ob sie einen Fernseher haben oder nicht.

Das Internet heult. Ich finde das gut.

So machen wir das auch überall sonst, wenn es um Kulturgüter geht. Bibliotheken, Theater, Oper, Kleinkunst, das finanzieren wir alles über Steuern. Jeder zahlt das. Nur ein Bruchteil der Bevölkerung nutzt es. (Falls jetzt jemand einwenden will, dass man bei der Oper Eintritt zahlt: das bezahlt wenn es hochkommt die Putzkolonne und vielleicht noch die Heizung.) Und das ist gut so.

Denn wenn man es so macht, dass nur Leute, die es nutzen, dafür zahlen, dann haben Leute einen Anreiz, es nicht zu nutzen, weil sie glauben, dann Geld sparen zu können. Und so stürzen Leute in die Verblödung ab. Oder mal anders formuliert: in die selbstverschuldete Unmündigkeit. Das ist das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen.

Außerdem: wenn man den Leuten ein opt-out gibt, dann werden die Leute aufgeben, das System verbessern zu wollen. Sie schmeißen lieber ihre Glotze weg. Was nicht schlecht ist, versteht mich da nicht falsch. Aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ja mehr als Fernsehen. Wenn Leute die Wahl haben, sich den Stress zu geben, dafür zu kämpfen, dass alle öffentlich-rechtlich produzierten Sendungen für ewig im Internet archiviert und abrufbar sind, oder aufzugeben und sich in die Fänge der Privatfernseh-Verblödungsmaschinerie zu begeben, dann bleibt so wenigstens ein Anreiz, sich weiterhin für ein besseres System einzusetzen: man zahlt dafür.

Und, um mal den Radschlag zu wagen: alle reden von Kulturflatrate. Das ist mal eine. Ich habe in meiner Jugend meine gesamte Musiksammlung aus dem Radio kopiert. Meine Eltern haben das mit der GEZ-Flatrate abgegolten.

Und alleine dass dieser ganze Verfolgungs-Stasi-Datenbanksammel-Kack der GEZ-Schnüffelbrigaden aufhört, alleine dafür sollte es uns das wert sein. Eine Monsterdatenbank weniger.

Und ich muß mich auch nicht mehr mit dem Gedanken rumschlagen, ob der PC in meiner Firma vielleicht als Rundfunkgerät gewertet werden könnte. [...]


7
Jun 10

Deutsche Politik und Apple

Ich bin ja mit der aktuellen Entwicklung im Hause Apple nicht sonderlich zufrieden, weil ich die strikte Gängelung und die Abschottung nicht mag. Um so mehr freut mich die Ankündigung deutscher Politik, mal ein wenig nachzuprüfen. Und wenn es nur zu einem Überdenken der eigenen Strategie führt. [...] Weltkonzern trifft auf Bürokratie-Staat: Apple bekommt Gegenwind von deutschen Politikern, die laut “Spiegel” prüfen wollen, inwieweit Apple zur Verbreitung von Inhalten über seinen App-Store verpflichtet werden kann. Grund ist die wiederkehrende Zensur, Löschung und Vorenthaltung von Inhalten. Die inhaltliche Einflussnahme von Apple sei ein “Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können”, erklärt der Hamburger Medienstaatsrat Nikolas Hill. [...] Lies den Rest.


4
Jun 10

Ein neuer neuer Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten

Zu recht beklagt Nico Lumma, dass rein destruktives Zensursula-Dooffinden nicht ausreicht. Und vor allem nicht dabei hilft, der Netzgemeinde Gehör und Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Helfen würde es, wenn wir ähnlich wie bei der Petition gegen Zensursula eine Petition für einen Kandidaten organisieren würden, der/die aus unserer Sicht einfach deutlich besser geeignet ist. Oder, um mit Nico zu sprechen: “Dafür ist das neue dagegen.”

Und >hier< können als Kommentar Vorschläge unterbreitet werden.

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