Politik


28
Nov 09

Ist der Horschte Köhler also doch für was gut

Internetsperren: Köhler verweigert Unterschrift fürs Filtergesetz

Kritiker halten das Internetsperrgesetz für unvereinbar mit dem Grundgesetz, nun hat auch Bundespräsident Köhler Bedenken: Er will nach SPIEGEL-Informationen das Gesetz nicht ohne weiteres unterzeichnen, verlangt eine Stellungnahme der Bundesregierung.

SpOn.de


20
Nov 09

Erfurt brannte und Aufruf Demo am 20. November

Artikel vom Erfurtbrennt-Weblog, aus Solidarisierung.
erfurtbrennt Heute, am 19.11.2009, fanden sich mehrere hundert Demonstranten am Willy-Brandt-Platz in Erfurt  ein, um zum Thüringer Landtag zu ziehen. In diesem sollte die sog. „aktuelle Stunde“ stattfinden, die sich aufgrund der Aktualität dem Bildungsstreik widmen sollte; allerdings wurde dies auf morgen Freitag, den 19.11.09 verschoben. Am Landtag ankommen, immer akkompaniert von Musik durch den Lauti, wurde zunächst der geplante Marionetten-Flashmob aufgeführt. Zudem wurden unsere Forderungen kundgetan, und auch Abgeordnete der Linken und Grünen und der bereits bekannte Hochschulbeauftrage Peter Metz (SPD) kamen zum Wort. Alles in allem ist die erste Demo ruhig verlaufen – gut in Hinsicht auf unsere Seriosität, schlecht in Hinsicht auf die Mobilisierung – da geht einiges mehr! Aus dem Anlass der Vertagung der „aktuellen Stunde“ im Landtag werden wir morgen wieder demonstrieren: Treffpunkt 14:00 am Willy-Brandt-Platz in Erfurt!

Aufruf zur Demonstration am 20. November

Es ist jetzt beschlossene Sache:

Morgen ab 14 Uhr Demonstration, vom Willy-Brandt-Platz über den Juri-Gagari-Ring zur Langen Brücke zum Parlament. Dort gibt es eine Beamerwand, die live-streaming aus dem Plenarsaal ermöglicht.

Uns ist wirklich wichtig, dass

  • Studenten von allen thüringischen FHs und Unis kommen,
  • genauso wie Schüler und Azubis und
  • gern auch Eltern von Grundschul- und Kita-Kindern

morgen kommen!

Bildung geht alle was an, und wir sind dabei sie in Deutschland voranzubringen!

Wir brauchen dringend aber noch ein Auto für die Lautsprecher und den Zug der Demo, bitte meldet euch unter erfurtbrennt(at)googlemail.com

Vielen lieben Dank für eure Beteiligung heute, aber wir brauchen morgen noch ein Mal so viel und sogar noch mehr Unterstützung. Genauso ist es wichtig, dass wir uns mehr in der Öffentlichkeit präsentieren. Flyern und die Fortsetzung der Besetzung werden gerade abgestimmt.
bildungsstreik banner erfurtbrennt
Quelle: erfurtbrennt.wordpress.com


3
Nov 09

Die TU brennt! Die österreischischen Universitäten brennen!

Liebe KollegInnen an den deutschen Universitäten!

Die TU Wien brennt! Die österreichischen Universitäten brennen!

  • Erklärung der Protestierenden

Der Hörsaal 1 der TU Wien ist seit Dienstag, 27.10.2009 besetzt. Das Studierendenkollektiv erklärt sich solidarisch mit den BesetzerInnen des Audimax der Uni Wien. Neben den Forderungen der Uni Wien sollen die spezifischen Probleme der größten technischen Universität Österreichs aufgezeigt werden. Die Großdemonstration für freie Bildung am Mittwoch, 28.10., wurde mit einem eigenen Demonstrationszug von 1.500 TU-Studenten unterstützt.

  • Kurze Chronologie der Ereignisse

Begonnen hat der Protest am Dienstag, den 20.10.2009 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Es wurde von Studierenden und Lehrenden eine Arbeitsniederlegung beschlossen, und das Gebäude ist seitdem besetzt.
Seit Donnerstag den 22.10.2009 ist der größte Hörsaal Österreichs, das Audimax der Uni Wien, besetzt. Es hat sich eine riesige Protestbewegung entwickelt – zig verschiedene Arbeitsgruppen wurden gegründet, eine Volksküche eingerichtet, täglich gibt es Abendprogramm. Es wurde ein Live-Stream eingerichtet, weitere Informationen mit Links zu allen momentanen Besetzungen, sowie die genauen Forderungen der BesetzerInnen gibt es auf der Homepage http://unibrennt.at. Am Dienstag den 27.10.2009 fand auf der TU Wien eine Generalversammlung statt, bei der beschlossen wurde, dass auch der HS 1 der TU Wien besetzt wird. Informationen über die Besetzung, Live-Stream, Twitter findet ihr unter unserer Adresse http://tu-brennt.fsinf.at/. Am Mittwoch, den 28.10.2009 fand in Wien eine Demonstration von StudentInnen statt. Laut Auskunft der Veranstalter nahmen an die 50.000 DemonstrantInnen teil. Donnerstag, 29.10.2009: Erste Vorträge an der TU (alternativer Vorlesungsbetrieb), Solidaritätserklärung der Lehrenden der Uni Wien und des Österreichischen Gewerkschaftsbunds. Freitag, 30.10.2009: Spontandemonstration zur Akademie der Bildenden Künste und Podiumsdiskussion mit dem Rektorat der TU Wien. Mittlerweile sind alle namhaften österreichischen Universitäten, 10 an der Zahl, von Studierenden besetzt! Am kommenden Donnerstag, den 5. November findet in Österreich ein bundesweiter Aktionstag für freie Bildung statt! Weiterlesen →


1
Nov 09

Rien ne va plus – nichts geht mehr, dass Casino ist wieder eröffnet!!

Und ohne Worte!! Ich lasse die Zahlen mal so kommentarlos und plakativ stehen!! Die Daten stammen aus TAZ, vom 15.10.2009, welche ich mir gestern auf den Weg nach Dresden zur Gemüte führte. Wir erinnern uns:

             

            Kosten der Finanzkrise

                               5.000.000.000.000 Dollar

 

und was machen die Verursacher?

  140 Mrd. Dollar: voraussichtliche Vergütungen der 23 größten Bankhäuser an der Wall Street 2009

JP Morgan Chase: Bonuszahlungen 2009: 29,504 Milliarden Dollar (133.971 pro Mitarbeiter)

Bank of America: Bonuszahlungen 2009: 30 Milliarden Dollar (106.040 pro Mitarbeiter)

Citigroup: Bonuszahlungen 2009: 22,073 Milliarden Dollar (71.204 pro Mitarbeiter)

Goldman Sachs: Bonuszahlungen 2009: 21,85 Milliarden Dollar (743.112 pro Mitarbeiter)

Morgan Stanley: Bonuszahlungen 2009: 16,4 Milliarden Dollar (263.595 pro Mitarbeiter)

 

 

wer wohl den Hauptteil der Zeche übernimmt?

  750 Mrd. Dollar: Rückgang der Einnahmen aller Entwicklungsländer seit 2007 aufgrund der Krise

340 Mrd. Dollar: prognostizierter Rückgang aller privaten und öffentlichen Kapitalflüsse in Entwicklungsländer 2009 gegenüber 2008

268 Mrd. Dollar: von der Weltbank prognostizierte Finanzierungslücke aller Entwicklungsländer 2009

230 Mrd. Dollar: prognostizierter Rückgang aller Bankkredite an Entwicklungsländer 2009


30
Okt 09

[Update 2] Eilmeldung: Lieberknecht fällt in Thüringen durch

[Update 2]

+++ Eilmeldung+++ Lieberknecht im dritten Wahlgang gewählt

Die Thüringer CDU-Chefin Christine Lieberknecht ist im dritten Anlauf zur Ministerpräsidentin gewählt worden. In der Kampfabstimmung gegen Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow kam sie auf 55 von 87 abgegebenen Stimmen. +++

MDR.de

[Update 1] Lieberknecht ist auch im zweiten Wahlgang mit 44 Stimmen gescheitert. Lieberknecht muss in den dritten Wahlgang – Bodo Ramelow von der Linken tritt an. FAZ.net

[Original]
+++EILMELDUNG+++ Ministerpräsidentenwahl in Thüringen: Lieberknecht fällt durch +++EILMELDUNG+++

Die CDU-Politikerin Christine Lieberknecht ist bei bei der Wahl zur Ministerpräsidentin in Thüringen überraschend im ersten Wahlgang durchgefallen. Die 51-Jährige erhielt nur 44 von 87 abgegebenen Stimmen. Der Landtag hat 88 Abgeordnete, sie braucht also 45 Stimmen für die absolute Mehrheit.

(via)

Spiegel Online zum Thema: Lieberknecht fällt bei Thüringer Ministerpräsidentenwahl durch


27
Okt 09

Keine Verwaltungsgebühren mehr in Thüringen?

Das heißt dann also, keine Verwaltungsgebühren mehr an Thüringer Hochschulen?

Bildschirmfoto 2009-10-27 um 22.09.02

Jeder soll in Thüringen studieren können – unabhängig vom Geldbeutel seiner Eltern. Thüringen bleibt frei von generellen Studiengebühren. Die 2007 eingeführten Verwaltungskostenbeiträge werden wieder abgeschafft.

verwaltungskostenbeitrag Okay, da steht natürlich nicht, bis WANN genau diese Gebühren abgeschafft werden sollen, aber immerhin. Das klingt doch gut, oder nicht?


27
Okt 09

Merkel zu Finanzminister Schäuble und den 100.000 D-Mark

Ein Reporter der niederländischen Tageszeitung “De Telegraaf” spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung auf die Rolle von Wolfgang Schäuble bei der CDU-Spendenaffäre von 1999/2000 an, weil dieser ausgerechnet Finanzminister der CDU/CSU/FDP-Koalition werden soll. Merkel ist sichtlich verärgert, dass da jemand so frech ist, diese alte, noch immer ungeklärte Geschichte um 100.000 verschwundene DM wieder aufzuwärmen, antwortet nur knapp und ignoriert die weiteren Nachfragen des Journalisten.

Ganz großes Lob an den Journalisten (bei dem man die Berufsbezeichnung nicht in Anführungszeichen schreiben muss) – solch beißend sarkastisches Nachbohren ist Merkel sichtlich nicht gewohnt.
Merkel zu Finanzminister Schäuble und den 100.000 D-Mark


16
Okt 09

Spickzettel digitaler Bürgerrechte (CCC)

Chaos Computer Club verschenkt Spickzettel digitaler Bürgerrechte für die weiteren Koalitionsverhandlungen

16. Oktober 2009 (presse)
Der Chaos Computer Club (CCC) publiziert aus Anlass der laufenden Koalitionsverhandlungen einen Spickzettel für die Verhandler, in dem die wichtigsten und dringendsten Veränderungen im Bereich digitaler Bürgerrechte und Netzpolitik für das 21. Jahrhundert skizziert sind.

Digitale Intimsphäre (Festplattenbeschlagnahme und Spionagesoftware)

Die auf Festplatten gespeicherten Daten spiegeln heute oft das gesamte Leben eines Menschen wider. Die derzeitigen Regelungen in der Strafprozessordnung und weiteren Gesetzen sowie die polizeiliche Praxis müssen an diese Entwicklung angepasst und die vom Bundesverfassungsgericht vorgegebenen Schranken umgesetzt werden. Das Grundrecht auf Gewährleistung der Integrität und Vertraulichkeit von informationstechnischen Systemen muss daher endlich seinen konkreten Niederschlag in den Gesetzen finden. Es dürfen nicht weiterhin informationstechnische Systeme beschlagnahmt und – teilweise von privaten Dienstleistern – ausgewertet werden, ohne dass der Kernbereich der privaten Lebensgestaltung beachtet wird. (Tipp an die FDP: Mal bei den Parteikollegen Burkhard Hirsch und Gerhart Baum nachfragen für Details.)

Vorratsdatenspeicherung

Die Vorratsdatenspeicherung ist unverhältnismäßig und verändert unsere Gesellschaft von Grund auf. Der Staat stellt alle seine Bürger unter Generalverdacht, zeichnet das gesamte Kommunikationsverhalten und alle Bewegungsprofile auf. Statt auf die Abschaffung durch das Verfassungsgericht zu warten, ist hier aktives politisches Handeln erforderlich, um diese eklatante Fehlentwicklung zu stoppen. Deutschland muss hier eine internationale Vorbildrolle erfüllen und die Vorratsdatenspeicherung beenden.

Biometrie

Die ausgesprochen kostenträchtige vollständige biometrische Erfassung aller Bürger muss ein Ende finden, ehe die ersten Datenskandale passieren. Da kein nennenswerter Sicherheitsgewinn durch diese biometrische Datensammlung entsteht, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für die Notbremse, ehe der biometrische Personalausweis Pflicht wird. (Tipp: Gesparte Millionen in die Bildung investieren.)

TKÜ-Schwemme, Automatisierung und Outsourcing

Die Telekommunikationsüberwachung durch Ermittlungsbehörden hat sich, wie von Kritikern vorhergesagt, explosionsartig entwickelt. Hier gilt es, endlich einen Riegel vorzuschieben, da der Richtervorbehalt in der Praxis zu einem reinen Abstempelvorgang verkommen ist. Der Tatbestandskatalog für Telekommunikationsüberwachung muss daher auf das Notwendige reduziert und die Genehmigungspraxis endlich restriktiver reguliert werden. Besondere Gefahren drohen durch die zunehmende Zentralisierung der Überwachungsinfrastruktur und durch die Tatsache, dass viele Anbieter das Abhören der Gespräche und E-Mails auf in der Praxis kaum kontrollierbare private Outsourcing-Anbieter verlagern. Schäubles kostenträchtiges Lieblingsprojekt, das Bundesüberwachungszentralamt, schafft durch Zentralisierung und Intransparenz ebenfalls massive Risiken.

BKA-Gesetz

Das BKA-Gesetz schafft eine Behörde, die wir in Deutschland aus gutem Grund nie mehr wollen – eine Geheimpolizei. Bis auf Platitüden von “abstrakter Gefährdungslage” bis “Schritthalten mit den Terroristen” sind keine stichhaltigen Gründe für die beschlossenen weiteren 24 Ausweitungen von BKA-Ermittlungsbefugnissen genannt worden. Statt den weiteren Abbau von Personal durch immer neue Überwachungstechnik zu legitimieren, ist eine Umsteuerung zu besserer Polizeiarbeit notwendig.

Internationaler Datenaustausch

Die bilateralen Abkommen, die den USA und weiteren Staaten unkontrollierten Zugriff auf deutsche Datenbanken verschaffen, sowie die Flugpassagierdatenübermittlung gehören eingeschränkt. Die deutsche Regierung muss sich auf europäischer Ebene dafür starkmachen, Drittstaaten nicht weiterhin Zugriff auf sensible Daten zu erlauben. Der Staat muß hier die Schutzfunktion für seine Bürger auch im digitalen Raum wahrnehmen.

eGovernment

eGovernment muss in Zukunft so verstanden werden, dass vor allem Regierungshandeln transparent wird, nicht der Bürger gläsern. Derzeitige Projekte müssen vorbehaltlos auf Sinnhaftigkeit geprüft werden. Bloße Industrieförderung darf nicht als Begründung für Vorhaben herhalten, die den Bürger zu einem Datensatz degradieren. Richtschnur für eGovernment-Vorhaben muss die Verbesserung der Bürgerservices, die tatsächliche und nicht nur vorgebliche Entbürokratisierung sowie die Transparentmachung und Nachvollziehbarkeit von Verwaltungshandeln sein. Die Prozesse müssen so ausgelegt werden, dass Datenschutzprobleme minimiert, zentrale Datenhaltung vermieden und Auskünfte nach Informationsfreiheitsgesetz vereinfacht werden.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Das durch die Einführung des Bundestrojaners, die Diskussion um eine “Quellen-TKÜ” und die neuen umfangreichen Befugnisse des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entstandene Misstrauen gegenüber staatlichen Eingriffen in informationstechnische Systeme beeinträchtigt nachhaltig den notwendigen Aufbau von zielgerichteten, bürgerrechtskompatiblen Schutzmaßnahmen für deutsche IT-Systeme und -Netze. Um hier zu einer unabhängigen Instanz zu kommen, die sich das Vertrauen von Industrie und Nutzern wieder erarbeiten kann, ist eine Neukonstituierung des BSI als unabhängige Behörde ohne Beteiligung oder Weisungsbefugnis des Bundesinnenministeriums (BMI) erforderlich. Niemand wird sonst den Beteuerungen glauben, dass das BSI nicht im Zweifelsfall Handlanger der Überwachungsgier des BMI wird.

Verbraucherschutz gegen Datenmissbrauch

Die Datenskandale der letzten Jahre haben eines gezeigt: Die Industrie ist zum verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten von Verbrauchern nicht in der Lage. Nur eine grundlegende Änderung des Verhältnisses zwischen Datenverarbeitern und Bürgern kann hier Abhilfe schaffen. Der CCC schlägt hierzu den Datenbrief vor, eine verpflichtende jährliche Mitteilung an den Bürger über alle über ihn gespeicherten und verarbeiteten Daten und deren Herkunft sowie Weitergabe. Zusätzlich ist für neue Datenerhebungen eine explizite Zustimmung (opt-in) zur Verarbeitung bzw. Weitergabe notwendig, die nicht an den Abschluss eines Vertrages gekoppelt werden darf. Die Strafen für Datenverbrechen müssen drastisch verschärft und eine persönliche Haftbarkeit von Geschäftsführern für Verstöße eingeführt werden. Das Listenprivileg muss endlich abgeschafft werden.

Datenschutzbeauftragte stärken

Die Datenschutzbehörden in Bund und Ländern müssen personell und finanziell gestärkt und strukturell unabhängig von den Innenministerien werden. Betriebliche Datenschutzbeauftragte sollen endlich vergleichbare Rechte wie Betriebsräte erhalten.

Urheberrecht: Abschied von Verbraucherkriminalisierung

Die fortgesetzte Verzerrung der Rechtslage in der Urhebergesetzgebung zugunsten der Verwerter führt zu einer Delegitimierung des Rechtsstaats. Wenn weiterhin realitätsferne, auf den einseitigen Erhalt überholter Geschäftsmodelle zielende Gesetze produziert werden, die schon aus praktischen Erwägungen sogar von den Behörden ignoriert werden, verfällt die Autorität des Rechts. Hier bedarf es neuer, verbraucherfreundlicher und wirklichkeitsnaher Regelungen und gegebenenfalls staatlicher Beihilfen für die Umstellung auf digitale Geschäftsmodelle, welche die Interessen von Konsumenten und Autoren gegenüber den Verwertern stärken. DRM-basierte Geschäftsmodelle dürfen nicht gefördert werden, da sie den Erhalt von Kulturgütern durch Bibliotheken und die kreative Nutzung von Werken verhindern.

Zensur und Netzneutralität

Die Einführung von Zensurinfrastrukuren im Netz sind eine Bankrotterklärung der Strafverfolger. Jede Regierung, die sich nicht durch kurzsichtige Politik selbst ad absurdum führen will, muss Netzneutralität und Zensurfreiheit im Netz auf ihre Agenda schreiben. Es dürfen nicht weiterhin Politiker, die ohne vor Scham im Boden zu versinken öffentlich sagen, sie hätten gern chinesische Verhältnisse, Regierungspolitik machen. [Externer Link]Innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Hans-Peter Uhl Die Netzneutralität für Internet-Anbieter – egal ob Fest- oder Mobilnetz – muss gesetzlich festgeschrieben werden. Ohne eine solche Regelung sind dramatische Verzerrungen des Wettbewerbs im digitalen Raum und die zukünftige Ausblendung oder Benachteiligung von misliebigen Inhalten nicht zu verhindern.

(via)