gestorben


21
Aug 10

Christoph Schlingensief ist tot

Christoph Schlingensief (Wien 2009)

Christoph Schlingensief (Wien 2009)

Berlin (dpa) – Der Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief ist tot. Er starb heute im Alter von 49 Jahren in Berlin, wie seine Ehefrau Aino der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Schlingensief gehörte zu den bedeutendsten Regisseuren der Gegenwart und hat wie nur wenige die deutschsprachige Film- und Theaterwelt beeinflusst. Schlingensief war Anfang 2008 an Lungenkrebs erkrankt und operiert worden. [Süddeutsche]

Schlingensief wurde in der Öffentlichkeit eher als enfant terrible wahrgenommen denn als ernstzunehmender Künstler verstanden. Die mediale wie theatrale Verarbeitung seiner Krebserkrankung polarisierte jedoch weiterhin.

Foto: 12. Oktober 2009, Manfred Werner


30
Mai 10

Herr Easy Rider Dennis Hopper ist tot

Dennis Hopper 2008 (C) Antje Verena

Dennis Hopper 2008 (C) Antje Verena

Dennis Hopper ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren im Beisein von Freunden und Verwandten in seinem Haus in Venice bei Los Angeles. Hopper litt an Prostatakrebs. Am Ende kriegt er sie alle, wer weiß ob Gott Rebellen liebt? Im Kultfilm “Easy Rider” 1969 spielte Hopper neben Peter Fonda nicht nur eine der Hauptrollen, sondern führte auch Regie, wofür er eine seiner zwei Oscar-Nominierungen erhielt. Die begehrte Film-Trophäe gewann Hopper indes nie. Wegen seines massiven Drogenkonsums und seiner regelmäßigen Wutausbrüche galt Hopper in Hollywood als schwieriger Kollege. Hopper galt auch weiterhin als Exzentriker und stand einer auf so genannten Schwarzen Liste. In den 1970er und 1980er Jahren hatte er aus diesem Grund fast keine kommerziellen Erfolge, was er jedoch keineswegs bedauerte. Er drehte viel in Europa, begann zu trinken und Drogen zu nehmen.

Aber Hopper war viel mehr als nur ein exzentrischer Drogentyp mit Hang zur Verrücktheit denn zwei seiner größten Leidenschaften neben der Schauspielerei waren die Fotografie und die Malerei. Seine Werke werden weltweit ausgestellt. Hopper war 5 mal verheiratet und hinterlässt 4 Kinder.

Anekdote: Weil es ja neulich (ganz unten) schon mal um berühmte psychisch kranke Personen ging, hier ein neuer Indiz für Schizophrenie, vielleicht sogar Paranoide. Drogeninduziert? Aus seinem Drogenkonsum machte Hopper nie ein Geheimnis. So behauptete er einst, er ziehe gelegentlich alle fünf Minuten Kokain-Linien, die so lang seien wie sein Arm, nur damit er danach gleich Liter von Alkohol runterkippen könne. Wegen seiner Wahnvorstellungen musste Hopper zudem mehrmals in psychiatrische Behandlung. Bei Dreharbeiten in Mexiko rannte Hopper 1982 nackt in den Dschungel in der Überzeugung, der Dritte Weltkrieg sei ausgebrochen. Daraufhin sollte er in die USA zurückgeflogen werden – doch kurz vor dem Abflug sprang Hopper aus dem startenden Flugzeug, weil er glaubte, die Maschine habe Feuer gefangen. Es folgte eine dreimonatiger Aufenthalt in einer Nervenklinik. [reuters]

Zum weiteren Nachlesen:
- de.reuters.com
- de.wikipedia.org


22
Feb 10

Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth ist tot

Mit dieser Meldung geht wahrscheinlich eine der umstrittensten Personen der Netzwelt in die Analen der Geschichte ein. Wie Golem.de berichtet, nahm sich von Gravenreuth am 22.02.2010 das Leben. Der wegen versuchten Betruges rechtskräftig verurteilte Jurist sollte im Februar 2010 eine Haftstrafe von 14 Monaten antreten. In der Nacht zum 22. Februar 2010 erschoss sich Gravenreuth. Die Website der Anwaltskanzlei ist nicht mehr erreichbar.

The Jurist (L’Avvocato)

The Jurist (L’Avvocato)

Gravenreuth lernte bis 1966 den Beruf des Technischen Zeichners, absolvierte anschließend an der FH München 1973 ein Maschinenbau-Studium als Diplom-Ingenieur (FH) und von 1973 bis 1978 an der LMU München ein Studium in Rechtswissenschaften. Dabei wurde er Mitglied in der K.B.St.V. Rhaetia München. Nebenher machte er damals eine erste EDV-Ausbildung, wobei er eine Cyber 175 mit COBOL-Programmen, in Lochkarten gestanzt, instruierte. Als Rechtsreferendar war er beim Bundespatentgericht, in einer Markenkammer des LG München I sowie in einer auf Patente spezialisierten Kanzlei tätig. Ab 1981 war er als Anwalt zugelassen und war zunächst bei einer Patent- und Rechtsanwaltskanzlei in München und dann bei einer Freisinger Patent- und Rechtsanwaltskanzlei tätig. Ab 1985 war er selbständig, seit 1987 mit eigener Kanzlei. Seine Tätigkeitsschwerpunkte lagen im Bereich EDV-Recht, Internet-Recht, Urheberrecht und Gewerblicher Rechtsschutz.

Weiterlesen →


27
Dez 09

Feiertage

Feiertage sorgen doch bei vielen für heitere Stimmung, Erholsamkeit, Ruhe und natürlich auch Geborgenheit vorm quasi-Getöse des Lebens, des Alltags. Allerdings ist es töricht zu glauben, dies sei überall so. Es folgen zwei Ereignisse, die ich neben meiner persönlichen Weihnachtsfeierlichkeit wahrgenommen habe.

Yves Rocher ist gestorben und Vic Chesnutt hat sich das Leben genommen.

Vic ChesnuttEine hohe Arzneidosis eines Muskelrelaxans ist dem US-Folksänger Vic Chesnutt, 45, zum Verhängnis geworden. Sehr wahrscheinlich doch absichtlich. Erst viel er noch ins Koma. Der Folk-Musiker mit der hohen Stimme und der ebenso rauen wie poetischen Lyrik starb am ersten Weihnachtsfeiertag in Athens, im US-Bundesstaat Georgia. Chesnutt war seit einem Autounfall in den 80ern an den Rollstuhl gefesselt. Er wurde durch REM Sänger Michael Stipe entdeckt und konnte zum Schluss nicht mal mehr seine Arztrechnungen bezahlten. In den 90ern galt er als starker Konsument von Drogen und Alkohol. Trauriges Ende.

Yves Rocher gilt als Erfinder der Kosmetik auf pflanzlicher Basis und als Pionier des Verkaufs auf dem Versandweg. Im Alter von 14 Jahren, nach dem Tod seines Vaters begann er damit, seiner Mutter in Yves Rocherderen kleinem Textilhandel zur Hand zu gehen. Eine alte Heilerin vertraute ihm die Rezeptur für eine blutstillende Scharbockskraut-Salbe an. Rocher entschied sich, solche Salben handwerklich auf dem Dachboden des Hauses der Familie herzustellen und im Direktvertrieb damit zu handeln. Im Jahr 1958 gründete er daraus das nach ihm benannte Unternehmen Yves Rocher als Versandhandel. Das Kosmetikunternehmen wurde in den kommmenden Jahrzehnten zu einer weltbekannten Marke. 1969 eröffnete Yves Rocher in Paris sein erstes Geschäft. Er setzte zeitlebens auf pflanzliche Zutaten und lehnte künstliche Inhaltsstoffe ab.


6
Dez 09

Otto Graf Lambsdorff ist tot

Ich mochte ihn nie, da sein Name mit dem “Wechsel” von der sozial-liberalen Regierung Helmut Schmidts zur CDU/CSU/FDP-Koalition von Helmut Kohl verbunden. Am Samstag nun verstarb der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff im Alter von 82 Jahren. Lambsdorff prägte über Jahrzehnte die Politik der Liberalen. Er war von 1977 bis 1984 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, von 1988 bis 1993 führte er die FDP. Schwarze Flecken auf seiner Weste bekam er durch die Parteispendenaffäre Mitte der 80er Jahre. Hierbei wurde er im Rahmen der Flick-Affäre 1987 zu 180.000 Mark Geldstrafe verurteilt, nachdem er vom Ministeramt zurücktreten musste.


28
Nov 09

Talk im Turm Erich Böhme ist tot

Als Wirtschaftsredakteur begann Böhme 1953 in Bonn als Nachrichtenredakteur bei den „Vereinigten Wirtschaftsdiensten“ und wechselte dann zur „Deutschen Zeitung“. Später ging er zum „Spiegel“, wo er erst Redakteur, dann Bonner Büroleiter wurde. In einem Machtkampf innerhalb der Spiegel-Redaktion stellte er sich gegen Günter Gaus und ging schließlich als Sieger hervor. Von 1973 bis 1989 war Böhme als Nachfolger von Gaus Chefredakteur des „Spiegel“.

1989 veröffentlichte er angesichts der Maueröffnung im „Spiegel“ den Kommentar „Ich möchte nicht wiedervereinigt werden“.

1990 ging er zum Fernsehen und moderierte achteinhalb Jahre die Polit-Talkshow Talk im Turm bei Sat.1. Gleichzeitig war er vier Jahre als Herausgeber der Berliner Zeitung tätig. Ab Ende 1997 moderierte Böhme bei n-tv zusammen mit Heinz Eggert den “Grünen Salon”, bevor er mit „Talk in Berlin“ zu seinem anfänglichen TV-Format zurückkehrte.

Am 27. Februar 2007 moderierte Böhme als Vertretung für Sandra Maischberger, die eine mehrwöchige Babypause machte, die Sendung Menschen bei Maischberger.

Am 28. November 2009 verstarb Böhme an den Folgen einer langjährigen Krebserkrankung.

Quelle: de.wikipedia.org (Nekrolog)


25
Nov 09

.-

Alles ist endlich. Die Milch wenn sie flockig wird, der Käse wenn er grüne Blasen türmt, die Musik wenn der Sänger verstummt (wobei das nur zum Teil zutrifft…) sowie die Baustellen, wenn die Baustoffe fehlen. Oder aber auch die eigene Familie. Endlichkeit ist eine schreckliche Sache. Schrecklichkeit, dieser Endlich. Leider! Das einzige was wir als Menschen nicht fassen können ist Unendlichkeit. Es ist in unseren Köpfen einfach nicht nachvollziehbar, wenn etwas “für immer” dauern wird. Dauern soll. Dauern muss. Nein, wahrlich, das können wir nicht (be)greifen. Und deshalb ist Endlichkeit sowie das Ende auch meistens so traurig.

Für immer.


14
Nov 09

Ueli Gegenschatz ist tot

Wie der Tagesanzeiger berichtet: Am Freitagabend ist Ueli Gegenschatz im Unispital Zürich gestorben, wie die Stadtpolizei Zürich schreibt. Der 37-jährige Gegenschatz hatte am Mittwochmittag vom 88 Meter hohen Sunrise Tower in Oerlikon einen PR-Fallschirmsprung gemacht. Dies im Rahmen der Lancierung eines neuen Handys vom Getränkehersteller Red Bull.
Basejumper stürzt vom Sunrise-Tower Zürich Oerlikon

Dabei verlor der so genannte Aerialist aber die Kontrolle über den Flug und prallte mit dem Körper gegen eine tiefer liegende Gebäudekante und fiel dann aus einigen Metern Höhe schlingernd zu Boden.

Zuerst wurde der Gesundheitszustand als noch nicht so dramatisch betrachtet, Gegenschatz soll noch am Boden gesprochen und sich für den missglückten Sprung entschuldigt haben. Doch sein Gesundheitszustand verschlimmerte sich. Am Donnerstag beurteilten die Ärzte die Verletzungen als lebensbedrohlich. Gegenschatz hatte beim Aufprall auf die Gebäudkante einen Beckenbruch und weitere Brüche erlitten, vermutlich auch innere Verletzungen. [...]

(via)