Wir haben uns hier bereits des öfteren mit dem Thema Datenrettung beschäftigt, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen, weil Datenrettung für Jedermann wichtig scheint und ebenso jeder auch weiß, dass seine Daten im Zweifelsfall weg sind - und zum anderen, weil dann aber eigentlich doch keine wirkliche Strategie dahinter steht und man doch oft einfach nur abwartet, bis man letztendlich unter die Räder kommt.

Es verhält sich mit Datenrettung ein bisschen so wie mit der Pflege von hilfsbedürftigen Personen im Alter[1]. Jeder weiß eigentlich, dass er irgendwann mal davon betroffen sein wird - und schiebt den Gedanken trotzdem weg. Und erst wenn es soweit ist, beschäftigt man sich wieder damit - und ist überrascht, was das bedeutet, kostet, mit einem anrichtet.
Und bei Datenrettung haben wir ein ähnliches Phänomen.
Ich will an dieser Stelle natürlich nicht behaupten, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Tot ähnlich wäre wie ein Backup zu erstellen, aber die lesart ist klar. Es ist ein unangenehmes Thema vor dem man sich gerne drückt.

Close-up of colorful lines of code on a computer screen
Photo by Markus Spiske / Unsplash

Grund genug also, sich wieder einmal damit auseinanderzusetzen. Es gibt verchiedene, aber statistisch am häufigsten auftretende Fälle des Datenverlustes, der wir hier auf den Grund gehen möchten. Zunächst aber sollte man prüfen, ob der Fehler nicht so gar vor dem eigenen Bildschirm zu suchen ist.
Man sollte also vorher banale Gründe für beispielsweise das Leseproblem eines Daenträgers ausschließen. Wird eine Speicherkarte nicht erkannt, sollte sie noch mal heraus genommen und erneut eingesetzt werden. Auch geprüft werden sollte, ob die Karte an einem anderen Rechner gelesen werden kann. Dann ist nämlich nur das eigene Laufwerk, nicht aber das Medium defekt.
Bei USB gilt selbiges, hier sollte man mindestens die anderen USB Ports am eigenen Rechner prüfen, oft hilft das schon.
Auch kann sich Windows manchmal an einem Treiber „verschlucken“ oder ein Problem mit bestimmten Dateisystemen abseits von NTFS und FAT haben. Ein simpler Neustart hilft manchmal Wunder.
Egal ob es sich bei dem Datenträger um eine externe Festplatte oder einen USB-Stick handelt, man sollte also wie zuvor erwähnt immer folgendes probieren:

  • Datenträger an einem anderen PC oder Laptop testen. Ideal wäre auch ein anderes Betriebssystem, z.B. OS X (falls vorhanden).
  • Wurde die externe Festplatte mit einem Y-Kabel (2 USB-Anschlüsse) geliefert? Falls ja, sollte diese auch immer mit diesem Doppelkabel angeschlossen werden, damit die benötigte Stromversorgung gesichert ist. Das Stromproblem ist ein häufiges und nicht nur das: zieht das Gerät zu viel Strom weil man nur ein normales Kabel verwendet hat, kann der USB-Anschluss, das Notebook oder der ganze PC (Mainboard) lahm gelegt werden.

person holding white and red cable
Photo by Jeroen den Otter / Unsplash

Die schlimmste anzunehmende Fehlermeldung die einem beim Einlegen der SD-Card (mit den Fotos vom Kind oder Urlaub oder Hund) entgegen springen kann, ist folgende: "Sie müssen den Datenträger neu formatieren". Jedoch weiß man genau, dass hier noch viele wichtigen Dateien darauf gespeichert sind. Bejat man die Frage nach der Formatierung, bedeutet dies einen vollständigen Datenverlust. Der Supergau!
Jedoch gibt es Mittel und Wege, mit spezieller Software doch noch an die Daten zu kommen, auch wenn Windows bereits aufgegeben hat und eben jene Ultima-Ratio, die Formatierung, vorgeschlagen hat.
Es gibt hier unterschiedlichste Ansätze, vom mounten des Dateisystems unter Linux bis hin zu spezieller Software unter Windows oder OSX, um schlussendlich die SD Karte reparieren zu können. Aber längst nicht alle führen zum Ziel. Einen Versuch ist es jedoch immer wert.

Auch spielen USB-Sticks eine tragende Rolle im heutigen Arbeits- und auch Privatumfeld. Viele Menschen speichern ihre wichtigen Daten auf einem USB-Stick. Hierbei können jedoch viele Probleme den Zugriff auf den USB-Stick verhindern. Der Datenträger kann jeder Zeit aufhören zu funktionieren. Und wenn man seine Daten ausschließlich auf diesem Gerät lagern hat, ist man verloren. Meistens. Es gibt natürlich auch hier Mittel und Wege, um den USB-Stick zu retten. Am wichtigstens ist es bei all dem Ärger, die Ruhe zu bewahren und keine vorschnellen Aktionen durchzufürehn.

Zu guter letzt möchte ich an dieser Stelle auf eine Software verweisen, die grundsätzlich kostenlos einen Weg ermöglicht, die oben beschrieben Szenarien datenverlustfrei zu umschiffen. Sie nennt sich EaseUS Data Recovery Wizard Free und entspricht einer Möglichkeit, sich zu helfen. [2]
Aber auch hier sei noch mal ganz klar angemerkt: ein Backup ersetzt nichts, außer ein aktuelleres Backup!


  1. Der Autor weiß, dass Pflege nicht nur im Alter notwendig sein kann. ↩︎

  2. Die Software gibt es sowohl für Windows als auch OS X respektive macOS. ↩︎