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Apple soll laut US-Gericht einem iPhone eine digitale Schwachstelle verpassen [UPDATE]

Dass Elektronikhersteller heimlich Hintertüren in ihre Produkte einbauen, um so den Geheimdiensten Zugang zu gewähren, ist bekannt, aber noch von keinem Hersteller in großem Umfang öffentlich zugegeben worden. Nun hat ein US-Richter eine Entscheidung gefällt, die den Einbau einer Hintertür für das FBI quasi erzwingt.

  • Apple muss nach dem Urteil eines US-Richters eine eigene Software für FBI-Ermittler schreiben.
  • Damit soll es den Ermittlern möglich sein, die Sicherheitsfunktionen eines iPhones zu umgehen
  • FBI-Mitarbeiter versuchen seit zwei Monaten, ein iPhone zu knacken, das sie bei jenem Terroristen sicherstellten, der im kalifornischen San Bernardino mehrere Menschen erschossen hatte.

Hintergrund: Erst in der vergangenen Woche äußerte sich FBI-Chef James Comey vor dem US-Senat. Er sagte, dass die Behörde nicht in der Lage sei, das Gerät zu entschlüsseln.

Die Regelung scheint zunächst (eventuell vielleicht hoffentlich) nur für dieses eine Gerät zu gelten, doch wenn solch eine Software und Möglichkeit besteht, kann sie sicher auch einfach so auf andere Geräte angewendet werden. Wenn Apple erst mal offiziell seine eigene Verschlüsselung für das FBI in diesem Fall durchlöchert und so den Zugang ermöglicht hat, kann man diese Verschlüsselung sehr wahrscheinlich auch gleich ganz deaktivieren, da sie praktisch nutzlos geworden ist. Denn genau dafür ist eine Verschlüsselung da: Unbefugten Dritten den Zugriff auf die eigenen persönlichen Daten zu verwehren.
Auch wenn uns das in diesem Falle eines Terroristen natürlich moralisch höchst ambivalent vorkommt.

Es handelt sich hierbei übrigens um ein iPhone 5C, das bei dem Terroristen Syed Farook gefunden wurde. Er und seine Ehefrau Tashfeen Malik hatten im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet und 22 weitere verletzt. [...]

(via)

Prinzipiell verständlich für die Ermittler des FBI, aber eine gar nicht hoch genug einzuschätzende Gefahr für die persönliche Datensicherheit eines jeden Bürgers.

[UPDATE] Tim Cook hat sich in einem offenen Brief an die Kunden gewandt. Darin begründet er, warum sich das Unternehmen weigert, dem FBI mit einer Hintertür bei Ermittlungen zu helfen. [Heise.de]

Artikelbild: (C) Craighton Miller, Link.