Neuer SIM-Karten Standard NANO-SIM verabschiedet

In diesem Artikel berichte mal wieder etwas zu Techniken, die man im Normalfall gar nicht sieht. Gemeint ist ein neuer Standard für SIM-Karten. Es geht in diesem Fall um eine noch kleinere SIM-Karte als die bisher übliche Micro-SIM, die sogenannte NANO-SIM. Im langen Lauf der Geschichte des Mobilfunks haben sich mittlerweile 3 Generationen an Sim-Karten entwickelt. Zu Beginn war es eine kreditkartengroße Karte (das ID-1 Format), die man in seinen Telefonknochen einlegen musste. Ein paar Jahre später entwickelte man aufgrund von kleiner werdenden Geräten und folglich resultierenden Platzproblemen der großen Karten die sogenannte Mini-Sim im ID-000 Format. Mit dem iPhone 4 kam dann die sogenannte Micro-Sim, die ihren Siegeszug durch iPad und eben iPhone antrat und heute als Standard für eigentlich alle aktuellen Geräte gilt und in jedem neuen Smartphone steckt.

SIM Karten im Größenvergleich

Das besondere nun diesmal eben, ist der Streit der mit der neuesten Generation einher ging. Apple schickte unabhängig von anderen Herstellern einen Standard ins Rennen, der gegen eine Allianz aus Nokia, Motorola und anderen Größen der Branche antreten musste - und sich letztendlich durchsetzen konnte. Ob und wie sehr Apple zu Beginn andere Hersteller mit ins Boot holen wollte und ob sie diese Offerten ausschlugen, ist mir nicht bekannt. Fakt ist, dass Apple aufgrund seiner Macht einfach mal schnell so einen neuen Standard durchdrücken kann, was einerseits beachtlich (und für die Innovation und Entwicklung neuer Geräte auch notwendig ist), andererseits auch bedrohlich ist.

Die iPhone-Konkurrenz hatte auf eine neue Form gesetzt, die an das Design einer MicroSD-Speicherkarte erinnert, während Apple die bisherige SIM mit noch weniger Plastikrand beibehalten will – es bleibt lediglich der Chip mit einer sehr dünnen Umrandung übrig (siehe Abbildung rechts).

Eine Entscheidung hatte eigentlich schon auf einem ETSI-Treffen im März fallen sollen, der Streit verhinderte dies jedoch. Der deutsche Kartenspezialist Giesecke & Devrient, der bereits Prototypen der Apple-Version angefertigt hatte, begrüßte am Freitag die Planungssicherheit für die Branche.

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In iPhone, UMTS-iPad und Nokias Lumia kommt schon heute eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Mit der Nano-SIM werden Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch flacher und kompakter bauen können. Die genauen Abmessungen der Nano-SIM betragen 12,3 mm x 8,8 mm x 0,67 mm.

Die neue Karte – ETSI ((European Telecommunications Standards Institute)) spricht offiziell vom "vierten Formfaktor" (4FF) – ist in etwa so lang wie die heutige Micro-SIM breit ist. Das hatte Nokia kritisiert, weil Nutzer sie versehentlich falsch herum in Micro-SIM-Slots stecken könnten. Nokia hatte zwischenzeitig auch gedroht, den Vorschlag von Apple zu boykottieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte, und die Lizenzen für nötige Patente zu verweigern.

Allerdings hat Nokia in einer neuerlichen Mitteilung erklärt, man werde das neue Format vollständig unterstützten, auch wenn man es für technisch schwächer halte. Letztendlich würde (laut Nokia) der Markt entscheiden ((FDP lässt Grüßen)), was sich durchsetzt.

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