[DOKU] Zeugen des Jahrhunderts

Heute möchte ich auf eine seit 1979 stattfindende Interviewreihe des deutschen Fernsehens, namentlich Zeugen des Jahrhunderts, hinweisen. Sie ist eine Porträtreihe im Nachtprogramm, in der Personen der Zeitgeschichte im persönlichen Ambiente oder an ihrer jeweiligen Wirkungsstätte wechselnden Gesprächspartnern über ihr Leben berichten. In der ersten Ausgabe sprach Walther Schmieding mit Wolfgang Stresemann zum 50. Todestag seines Vaters, des Reichskanzlers und Außenministers Gustav Stresemann. Die Sendungen waren zwischen 45 und 75 Minuten lang, was für manche Gesprächspartner nicht ausreichend war. 1984 wurden beispielsweise dem früheren Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (im Gespräch mit Horst Schättle) und dem Philosophen Leo Löwenthal (mit Peter Koslowski) jeweils zwei Teile eingeräumt.

Weitere Jahrhundertzeugen waren u. a. Otto von Habsburg, Louis Ferdinand von Preußen, Henry Kissinger, Willy Brandt, Richard von Weizsäcker, Hildegard Hamm-Brücher, Golo Mann, Heiner Müller, Johannes Mario Simmel, Ephraim Kishon, Marion Gräfin Dönhoff, Axel Springer, André Kostolany, Josef Neckermann, Ferdinand Porsche, Yehudi Menuhin, Herbert von Karajan, Hans Küng und Isa Vermehren.

Die Reihe lief in unregelmäßigen Abständen, in den ersten zehn Jahren meistens auf Sendeplätzen vor 23.00 Uhr, in den nächsten zehn Jahren immerhin meistens noch vor Mitternacht. Im ganzen Jahr 1999 zeigte das ZDF anlässlich des 20 jährigen Bestehens der Reihe immer wieder alte Folgen in langen "Zeugen des Jahrhunderts"-Nächten. Die tiefe Nacht wurde fortan der Sendeplatz für die Zeugen im neuen Jahrhundert. Mehr als 300 Gespräche wurden bisher gezeigt.
(aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

Ich persönlich muss sagen, dass ich das Interview mit Axel Springer aus dem Jahre 1982 sehr interessant finde. Wenn jemand, ähnlich wie ich, gern auch mal Gesprächen oder Dokumentationskollagen im Deutschlandfunk lauscht, der wird bei diesem sonoren Gespräch seine Freude haben :-) Übrigens wird in diesem Video auch geklärt, warum Axel Springer an keinerlei Krieg teil nehmen musste und über einen roten Ausmusterungsscheins (dauernde Wehrdienstunfähigkeit) verfügte.

Artikelfoto: (C) flamenc

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