Filesharing Is The New Religion!

Wer hätte es jemals für möglich gehalten: Kopieren beziehungsweise Filesharing wurde in Schweden als Religion anerkannt. Sie nennt sich "Missionarische Kirche des Kopimismus" und wurde 2010 von dem Philosophiestudenten Isak Gerson gegründet. Genau seit dieser Zeit versuchte eine Gruppe um Gerson ihre Ansichten zu den Themen Filesharing und Copyright als offizielle Religion anerkennen zu lassen. Dies hat nun im dritten Anlauf beim Kammarkollegiet geklappt, wie der Kirchenvorstand Kirchenvorstand Gustav Nipe berichtete. Das Kammarkollegiet ist eine dem Finanzamt unterstellte Behörde, die unter anderem für die Anerkennung von Religionsgemeinschaften zuständig ist. Der Brief mit der Anerkennung wurde bereits vor Weihnachten an Gerson versendet, er öffnete ihn jedoch erst Tage nach dem Jahreswechsel, wie er Wired erzählte.

Die Mitglieder der Kirche fühlen sich der freien Verbreitung von Informationen verpflichtet, für sie stellt das Kopieren eine heilige Handlung dar und ihre religiösen Symbole sind die Tastenkombinationen CTRL+C und CTRL+V. Das zeigt sich auch im Namen der Gemeinschaft: Kopimi stammt natürlich von Copy me, also kopier mich. Auf ihrer Webseite gibt die Kirche an, dass Kommunikation, die Verbreitung von Informationen und das Kopieren heilig sind, wohingegen das Belauschen und die Überwachung der Menschen als schwere Sünde angesehen wird.

Kirchengründer Isak Gerson hofft nun nach der offiziellen Anerkennung als Religion, das sich viele weitere Menschen dazu motivieren, sich als Kopimisten zu outen. Der offizielle Status als Kirche hat allerdings keine Auswirkungen auf bestehende Gesetze. Auch für Kopimisten ist es strafbar urheberrechtlich geschütztes Material zu verfielfältigen. Die Mitglieder haben sich indes verdreifacht. Die Kirche zählt im Moment ca. 3000 Anhänger. Mitglied kann jeder werden, der einen Internetanschluss besitzt. Eine formale Mitgliedschaft ist überdies nicht notwendig, es reicht sich dem zentralen Gedanken, der Information und ihrer Verbreitung, verpflichtet zu fühlen.