Mister Oberrant Richard M. Stallman

Richard M. Stallman, allen bekannt als großer amerikanischer Aktivist für freie Software, Hacker und Programmentwickler -nebenbei war er noch erster Präsident der FSF und hat mit GNU zu tun- hat sich in seinem Blog folgendermaßen zum Tode Steve Jobs geäußert:

Steve Jobs, the pioneer of the computer as a jail made cool, designed to sever fools from their freedom, has died.

As Chicago Mayor Harold Washington said of the corrupt former Mayor Daley, "I'm not glad he's dead, but I'm glad he's gone." Nobody deserves to have to die - not Jobs, not Mr. Bill, not even people guilty of bigger evils than theirs. But we all deserve the end of Jobs' malign influence on people's computing.

Unfortunately, that influence continues despite his absence. We can only hope his successors, as they attempt to carry on his legacy, will be less effective.


Richard M. StallmanStallman zitiert also dabei den ehemaligen Bürgermeister von Chicago Harold Washington, der seinerzeit das Ableben seines korrupten Amtsvorgängers Richard M. Daley mit "Ich bin zwar nicht froh, dass er tot ist, aber froh, dass er nicht mehr da ist". Allerdings legte Stallman selbst nach: "Niemand verdient es zu sterben, weder Jobs oder Mr. Bill (Anm.: Bill Gates), noch Leute die für noch größere Übel verantwortlich sind. Aber wir alle verdienen es, von Jobs' unheilvollem Einfluss auf die Computerwelt befreit zu werden."

Dies stieß in der Netzwelt und sogar darüber hinaus auf herbe Kritik. Stallman ist schließlich eine Galionsfigur die der FSF vor steht und hat demnach auch eine repräsentative und darstellende Aufgabe. Diese hat er massiv verletzt. Die daraus resultierenden Probleme vordern sogar aus der FSF heraus eine Aufspaltung des Projekts.

Richard M. Stallman

Während sich in den vergangenen Tagen die gesamte Computer-Fachwelt sowie Polit- und Showbusiness-Prominenz mit Nachrufen und Beileidsbekundungen geradezu überschlagen hat, schrieb Stallman über die verstorbene Apple-Legende, dass Jobs "Computer als Gefängnis cool gemacht" ([...] the pioneer of the computer as a jail made cool, designed to sever fools from their freedom [...]) habe, um "Narren" von ihren Freiheiten abzuhalten. Unglücklicherweise bleibe der Einfluss von Steve Jobs auch nach seinem Ableben erhalten, insofern könne man nur hoffen, dass seine Nachfolger weniger erfolgreich seien als Jobs selbst, schreibt Stallman schließlich.

Der ebenfalls sehr bekannte Joe Brockmeier vom ReadWriteWeb beispielsweise fordert nun, die Freie Software Szene solle sich doch bitte eine neue Stimme suchen, denn klar waren RMS und Jobs zu freier Software stets gegensätzlicher Meinung, aber diese Aussage richtet enormen Schaden an - RMS war aber noch nie unumstritten und gilt der OpenSourceSzene als zu radikal, wohingegen er den OpenSourcern vorwirft, sich zu prostituieren um auf dem großen Markt eine wichtigere Rolle spielen zu können.

Andererseits war RMS auch nie bekannt dafür,

besonders freundlich zu sein oder mit seiner Meinung hinterm Berg zu halten. Ebenfalls gab es in jüngerer Geschichte Probleme um Safaris Unterbau Webkit, der aus der OpenSource Szene stammte und an den Apple nicht wie versprochen wichtige Entwicklungen zurück lieferte.

PS: Jetzt fällt mir erst mal auf, woher Fefe sein Blogdesign hat. Von Richard :-)

(via)