Mögliche Nachfolger der Blu-ray Disc

Auch wenn ich zum Beispiel noch nicht mal einen Blu-ray Player zu Hause habe, geschweige denn mein Mac Blu-ray abspielen oder gar brennen kann, beschäftigen wir uns doch einfach mal mit den möglichen Nachfolgern der Blu-ray-Disc. Bekannt geworden sind TeraDisc, Multiplexed Optical Data Storage und Holographic Versatile Disc, von denen Prototypen gezeigt werden konnten, sowie hypothetische Verfahren wie die Protein-coated Disc.

Scheinbar ist es üblich, so früh schon nach einem Nachfolger für ein noch nicht mal vollständig etabliertes Format zu suchen. Blu-ray hat bisher gerade mal seine Konkurrenz-Formate wie HD-DVD ausgeschaltet, liegt aber bei aktuellen Verkaufszahlen für 2010 noch immer weit hinter der DVD zurück, muss also diese erst noch ablösen um dann selbst abgelöst werden zu können.

Weiterhin scheint mir die Kapazität der Blu-ray ebenfalls noch lange nicht erschöpft zu sein, was ich als Indiz gegen mögliche Nachfolger werte, benutzen wir ja aktuell 25GB im single und 50GB im Dual-Layer-Verfahren, sind aber laut Industrie auch locker 100/128 GB (BDXL) mit 3 bzw. 4 Layern möglich, aber noch nicht Martkreif. Unter Laborbedingungen war es sogar möglich, 20 Layer zu schichten und so eine Blu-ray Disc mit 500GB zu erstellen.

TeraDisc

Soll die Größe einer CD oder DVD haben; Soll mit 500GB starten und später bis zu 5 Terabyte speichern können. Die TeraDisc verfügt über bis zu 100 virtuelle Layer, pro Layer sind bis zu 5 Gigabyte speicherbar. Entwickler ist die Firma Mepile. Mit weiteren Optimierungen und 200 virtuellen Layern sollten bis zu 1 Terabyte Speicherkapazität möglich sein. Die TeraDisc sollte kosteneffizient und 2010 marktreif sein. Angedachte Preise für ein Lesegerät waren 3000 US-Dollar, für ein Speichermedium 30 US-Dollar.

Wie ist der Stand heute?

  • Die meisten Pressemitteilungen stammen von Ende März 2007.
  • Die letzten Pressemitteilungen stammen von August 2007.
  • Die Firma Mempile ist seit Sommer 2009 insolvent. Es gibt keine Nachfolgefirma.
  • Die Webseite mempile.com ist seit dem 1. Januar 2010 nicht mehr von Mempile registriert.

Man kann also davon ausgehen, dass sich dieses Format nicht weiter entwickeln wird und aus welchen Gründen auch immer nie produziert wurde.


Multiplexed Optical Data Storage

Multiplexed Optical Data Storage (MODS oder MODS-Disc) ist ein experimentelles Speichermedium, das – ähnlich wie die CD oder DVD – mittels Laser gelesen und beschrieben wird. Vorgestellt wurde die MODS am 27. September 2004 auf der Asia-Pacific Data Storage Conference in Taiwan. Marktreife könnte die MODS in den Jahren 2010 bis 2014 erreichen.

Die Speicherkapazität liegt bei 250 GByte pro Layer. Dies wird durch asymmetrischen Pits und Lands (siehe CD) erreicht, die den Laser in 332 unterschiedlichen Winkeln reflektieren. Eine beidseitig bespielte MODS, mit je zwei Layern pro Seite käme so auf ein Terabyte.

Wie ist der Stand heute?
Über eventuelle Rückschläge oder Ähnliches ist nichts bekannt. Da dieses Format durch eine Universität entwickelt worden ist, kann es durchaus möglich sein, dass hier weiter entwickelt wird und nur auf die richtigen Geldgeber gewartet wird.


Holographic Versatile Disc

Gilt als der direkte Nachfolger der Blu-ray Disc. Es werden zwei Laser verwendet, ein roter und ein blau-grüner, die überlagert werden und eine bestimmte Stelle auf dem Datenträger beleuchten. HVDs sollen eine Kapazität von bis zu 3,9 Terabyte erreichen, was etwa dem Achtfachen der größten experimentellen Blu-ray Discs (500 GB) entspricht, und eine Transferrate von 1 Gbit/s bei einfacher Rotationsgeschwindigkeit (im Vergleich zu 54 Mbit/s bei der Blu-ray Disc, 10,8 Mbit/s bei der DVD und 1,41 Mbit/s bei der CD) erreichen. Damit ist es das erste optische Speichersystem, dessen Datenübertragungsrate mit heutigen Festplatten vergleichbar ist.

Wie ist der Stand heute?
Am 3. Februar 2005 gründeten diverse Unternehmen (u.a. Fuji, LiteOn, Konica) die „HVD Alliance“, um die Entwicklung zu beschleunigen und den Markt für die HVD zu entwickeln. Die HVD wird von der japanischen Firma Optware zusammen mit Fuji Photo und CMC Magnetics entwickelt. Diese drei Firmen haben zusammen mit Nippon Paint, Pulstec Industrial und Toagosei eine „HVD-Allianz“ gebildet, um HVD-Standards voranzutreiben.


Protein-coated Disc

Über diese Technik ist nicht sehr viel bekannt. Theorie: Hier wird eine normale DVD mit einem von einem Bakterium stammendem Protein Bacteriorhodopsin (BR) beschichtet, das bei Lichteinstrahlung eine chemische Substanz als Energiespeicher erzeugt. Ihre maximale Speicherkapazität läge damit bei 50 Terabyte. Damit würde ihre Speicherkapazität die der Blu-ray Disc mit dem Faktor 250 übertreffen. Zusammen mit der japanischen NEC Corporation wurde bereits ein Prototyp entwickelt. Jedoch ist die Haltbarkeit dieses Proteins sehr eingeschränkt. Durch Manipulation der DNA des Bakteriums soll bewirkt werden, dass ein solches Speichermedium mehrere Jahre verwendbar ist.

Wie ist der Stand heute?
Zwischenzeitlich war eine Serienfertigung ab 2008 in Aussicht gestellt worden, derzeit ist jedoch kein Zeitrahmen erkennbar.


Letztendlich scheint nach heutigem Stand die HVD das erfolgversprechendste Format zu sein. Hier gibt es bereits ein Konsortium denn viele Firmen habe sich zusammen geschlossen um die Entwicklung voran zu treiben. Es sind also genug Forschungsgelder vorhanden und die Technik baut auf bekannte Standards auf. Am coolsten finde ich jedoch die Protein-Disc, da hier mit Bakterien die Mensch-Maschine am lebendigsten wird :-)

Artikelbild: (C) Blu-ray Disc Association

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