Schwarz auf Weiß (kompletter Film)

Nach dem ganzen Gejailbreake gibts hier jetzt endlich mal wieder etwas Gesellschaftskritik. Es geht um einen Journalisten, der sich als Schwarzer verkleidet und die Ausländerfreundlichkeit Deutschlands abcheckt. Wer machts? Genau! Günter Wallraff. Der uns allen -als Aufrüttler seit den 80ern z.B. in Ganz Unten als Türke Ali für seinen investigativen Journalismus- bekannte Enthüllungsjournalist.

Sicher kann man auch Wallraff eine gewisse Polemik ähnlich der von Michael Moore vorwerfen, beide stellen die Dinge gern auch überdramatisch dar so dass sie besser in den Kontext der aktuellen Filme passen - aber prinzipiell (und wer übertreibt nicht manchmal für seine Sache) ist es eine sehr wichtige Sache die er macht. Diese ist auch mit einem unglaublichem Aufwand verbunden und birgt enorme Risiken, wie man im Film gleich erkennen kann.

Dies ist übrigens der komplette Film mit 1h und 50 Minuten. ANSCHAUEN, wer weiß wie lange dieser online bleibt.

Im Herbst 2009 erschien der Film Schwarz auf Weiß - eine Reise durch Deutschland. Er hatte sich diesmal mit Hilfe einer Maskenbildnerin zu dunkler Hautfarbe verhelfen lassen. Monatelang tourte er als Somalier Kwami Ogonno mit einem Kamerateam quer durch Deutschland und entdeckte auf vielen Stationen seiner Reise latenten oder offenen Rassismus. Die schwarze Autorin Noah Sow kritisierte diese Aktion unter anderem mit den Worten: „Er äfft unterdrückte Minderheiten nach und erntet damit Geld, Aufmerksamkeit und sogar Respekt.“ Als „angemalter Weißer“ könne man schwarze Erfahrungen nicht machen. Die Methode selbst, so kritisiert die Süddeutsche Zeitung, sei rassistisch. Wallraff betreibe „weniger eine Anklage gegen den Rassismus als eine Inszenierung seiner eigenen Vorurteile“. In einer Stellungnahme wies dieser den Vorwurf während einer Diskussionsrunde des Fernsehsenders ARTE im Januar 2011 zurück und nannte im Gegenzug die Vorschrift, „wie ein Schwarzer zu sein habe“, rassistisch.

Artikelfoto: (C) Elke Wetzig 10. März 2007

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