Zur Zeit spiele ich ja den Duke. Denn der DUKE IST JA BEKANNTLICH SEIT KURZEM -nach nur 14 Jahren Entwicklungszeit- für Windows veröffentlicht worden. Auf jeden Fall befinde ich mich aus diesem Grunde häufig unter Windows. Ich werde also genötigt, Windows 7 zu benutzen. Okay, das ist soweit gar kein Problem. Aber wie zur Hölle geht Windows ohne ordentlichen Twitter-Client? Ich meine was natives, kein Adobe-Air oder .NET oder am besten noch Java. Nee, einfach was schickes, so wie Twitter.app (ehemals Tweetie) für OS X? Das scheint es nicht zu geben, kann das sein?

Das ist ein bisschen so, also eine Analogie quasi, wie mit dem Windows Live Writer als Desktop-Blogging-Tool, zu dem ich, vice versa, schon ewig ein Pendant für OS X suche und keins finde. Krass. Twitter ist also unter OS X cooler und Desktop-Blogging unter Windows. Das kann doch gar nicht sein?

Hmm, ich werde jetzt den allerletzten Versuch unternehmen und Seesmic testen. Natürlich ist Seesmic aber auch wieder ein Adobe Air Twitter-Client und erfüllt daher meine Mindestvoraussetzungen nicht ganz :-)

Angeblich soll Seesmic "sogar einen Tweetie-Liebhaber überzeugen können."

Seesmic für Windows 7 ist nicht nur schick, sondern auch recht funktionell. Dieser Client unterstützt mehrere Twitteraccounts, die Listenfunktion sowie diverse URL Verkürzungs- und Bilderdienste. Auch kann sich der Seesmic-Client hin zu MySpace oder Facebook verbinden und übernimmt dadurch eine Funktion, die sonst noch der sehr beliebte Adobe-Air-Client Tweetdeck beherrscht. Überhaupt wird sich gleich zeigen, dass Seesmic sehr an Tweetdeck angelehnt ist, aber das muss ja eigentlich kein Problem sein - man muss sich für einen echten Vergleich sowieso sehr viel mehr Zeit nehmen, als ich hier ernsthaft unter Windows verbringen will :-)

So genannte Twittersuchen können abgespeichert werden. Die Konfiguration gestaltet sich als recht einfach, zu beginn stellt man im Browser seine Accounts ein, kann noch das Look & Feel bearbeiten und schon gehts los. Ich habe spontan nichts vermisst und die Performance konnte mich auch überzeugen. Man bekommt sogar eine Tweetdeck ähnliche Darstellung mit mehreren Listen und kann so seine unterschiedlichen Accounts und Listen immer im Blick behalten. Allerdings ist da schon wieder die Krux der Sache, denn eigentlich wollte ich ja einen möglichst simplen und kleinen Twitter-Client wie eben Tweetie unter OS X einer ist.

Passend zur Adobe Air Problematik scheint folgende Meldung, die ein paar Tage zuvor auf Pro-Linux veröffentlich worden ist. [...] Anstatt AIR für den Linux-Desktop weiter zu entwickeln, konzentriert sich Adboe auf ein »Linux Porting Kit for AIR«, mit dessen Hilfe Adobes Partner aus dem »Open Screen Project« (OSP) AIR in ihre Linux-Produkte integrieren können. Als Grund für die Einstellung des Engagements gab Adobe an, dass die AIR-Downloads für Linux lediglich 0,5 Prozent ausmachten. Weiterhin wurden der geringe Marktanteil und das geringe Wachstum von Linux auf Desktops genannt. [...]