Es ist schon wirklich verrückt, wie sehr sich eine ganze Firma, oder besser gesagt, die Außensicht auf diese Firma an einer einzigen Person manifestiert. Die Rede ist von Steve Jobs und natürlich Apple. Natürlich hat Steve Jobs, als er 1997 zu Apple zurück kehrte, zurück gekauft worden ist, die Marke vorm Bankrott gerettet, bahnbrechende Ideen entwickelt sowie umgesetzt und Apple zu dem gemacht, was es heute ist - einen milliardenschweren Technologiekonzern mit stilbildenden Produkten.

Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass allein Jobs diese Marke ist. Bei Apple arbeiten mit Sicherheit sehr sehr viele sehr sehr kluge Köpfe und nicht jede Idee, jedes Produkt ist allein Jobs. Aufgrund der bisherigen zwei krankheitsbedingten Ausfälle seit 2004 (wegen der Krebserkrankung) wird sich der Vorstand ebengleich mit Sicherheit mit einem Ersatz für Jobs beschäftigt haben und auch Jobs wird für sein Baby, nämlich Apple, nur das Beste wollen und sich um einen würdigen Nachfolger (in diesem Sinne eventuell Tim Cook der ihn zur Zeit auch vertritt) umsehen.

Dennoch ist es so das, wie schon 2009 beim kurzfristigen Rückzug Jobs und beim fingierten positiven HIV Test geschehen, der Aktienkurs der AAPL einen relativ herben Einsturz erleben musste. Wie kann das sein? Wie kann die Wirtschaft so kurzsichtig sein, eine ganze Firma an eine einzige Person zu binden? Es scheint ja definitiv so, dass niemand auch nur annähernd der Marke Apple zutraut zu funktionieren, wenn Steve Jobs nicht mehr da ist. Aber was bedeutet das für die Zukunft? Steve Jobs hat laut einem heutigen Artikel im Fortune Magazin sein Heimatland die USA in Richtung Schweiz verlassen, dort wo er auch schon 2009 gewesen ist, um seine Krebserkrankung behandeln zu lassen. Das er nun wieder dort ist, mehrt natürlich die Gerüchte, der Krebs (laut Meldungen ist es eine Hormonstörung) sei zurück gekehrt. Im dortigen Artikel steht übrigens, dass die Form seines Krebses heilbar sei.

Gestern sind Apples Quartalszahlen veröffentlicht worden: mit gewohnten Rekorden an fast allen Ecken und Enden. Und dennoch scheint selbst dieser Erfolg nicht wirklich über das "Problem" Steve Jobs hinweg zu helfen - oder vielleicht gerade deshalb? Er ist ja maßgeblich an den Zahlen beteiligt gewesen, laut Wirtschaftsdenke.

Aber Fakt ist: Steve Jobs wird nicht ewig leben, er wird mit Sicherheit, wenn nicht durch seine Krankheit, dann aber dennoch irgendwann einfach nicht mehr existent sein. Geht die Wirtschaft etwa davon aus, Apple würde mit Steve Jobs dann einfach verschwinden? Das finde ich krass, tatsächlich, Wirtschaft ist ziemlich heftig wen ich mir so was durch den Kopf gehen lasse, dann freue ich mich am menschenfreundlichen Kapitalismus, oder so ähnlich.

Aber hmm, Antworten kann auch ich keine geben, spannend aber finde ich diese Entwicklungen schon und ich warte, was nun passieren wird.

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