[Update #2] Jugendmediendienstestaatsvertrag (JMStV)

zensiert, censoredIch habe ja gestern, von der großen negativen Euphorie gepackt, recht stürmisch vom kurz bevorstehenden JMStV berichtet. Heute habe ich nun zum Thema folgenden Artikel "Blogger können leidlich gelassen bleiben" von Lawblogger Udo Vetter gelesen, der für mich einige Gefährlichkeiten relativiert und klar stellt. Es folgen einige Aussagen aus dem Artikel, allerdings lege ich jedem ans Herz, den Artikel vollständig und in Gänze im Lawblog selbst zu lesen.

Schreckgespenst Alterskennzeichnung

  • "Es gibt, entgegen vieler Darstellungen, keine generelle Pflicht zu einer Alterskennzeichnung. Nur wer Inhalte anbietet, die ausschließlich für Nutzer ab 16 oder 18 Jahren geeignet sind, muss entweder eine Alterskennzeichnung einführen oder seine Inhalte tagsüber sperren."
  • "Die immer wieder herumgeisternde Altersstufe 12 Jahre wird falsch verstanden. Es wird zwar eine Regelung geben, dass Alterskennzeichnungen vorgeschrieben sind, wenn die betreffende Seite Inhalte anbietet, die erst ab 12 Jahren geeignet sind. Allerdings gilt das nur dann, wenn sich andere Angebote der Seite inhaltlich ausdrücklich an jüngere Kinder richten und diese Inhalte nicht von denen “ab 12″ sauber getrennt sind."
  • "Also: Wer keine Inhalte anbietet, die für unter 16-Jährige durchgehend schädlich sind, muss weder eine Alterskennzeichnung einführen noch Sendezeiten beachten. Entgegen mancher Behauptung wird es also keine Bußgelder bloß deswegen geben, weil auf einem Blog keine Alterskennzeichnung vorhanden ist. Wer für sich also zu der Überzeugung kommt, dass er keine Inhalte anbietet, die erst ab 16 Jahren zugänglich sein dürfen, hat keinen Handlungsbedarf. Schon das dürfte die weitaus meisten Blogger aus der Schusslinie des JMStV bringen."

Der Artikel von Udo Vetter beschäftigt sich weiterhin noch mit Abmahnungen, der Frage nach der Kennzeichnung von Kommentaren, den "Sendezeiten" und und und.

Natürlich sind in seinem Beitrag sehr viele "Vielleichts" oder "Wahrscheinlich angenommen", aber er nimmt der ganzen Sache doch erheblichen Drive, was ich gut finde. Auch wissen wir nicht oder ahnen aber, dass Abmahnungen eben doch zu einem großen Problem erwachsen könnten, gerade beim aktuellen Abmahnwahn in Deutschland. Aber auch dazu hat sich Udo in seinem Beitrag geäußert und die Sache relativiert.

Vielen Dank für das lange Statement und die vielen Erklärungen.

[Update] Udo Vetter hat einige Reaktionen auf seinen Beitrag erhalten, auch kritische Stimmen, so wie es in einer sachlich geführten Debatte sein sollte: Er hat die Links dazu veröffentlicht, um seinen Artikel rund zu halten und ich werde sie auch verlinken, damit kein falsches Bild entsteht oder Informationen verloren gehen. Die Gespräche um das JMStV sind noch lange nicht abgeschlossen.

Artikelfoto: (C) Public Domain

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