iPad-gestützte Rede wird zum Streitthema im Bundestag

Skandal im Sperrbezirk oder so ähnlich könnte man schreiben. Worum geht es? Der FDP-Politiker Jimmy Schulz hat als erster Parlamentarier im Bundestag statt eines Stichwortzettels, den Tablet-Computer von Apple für eine Rede im Plenum genutzt und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Der Vorfall soll nun im  Geschäftsordnungsausschuss behandelt werden. Schulz möchte sich dort für eine Aufhebung des Computer-Verbots einsetzen.

Ehrlich gesagt bin mir nicht sicher was ich davon halten soll. Auf der einer Seite sage ich mir, im Informationszeitalter sollten sich  auch die Politiker den digitalen Medien nicht verweigern.Aber andererseits denke ich, dass dadurch die Debatten unserer Volkstreter noch tröger werden als sie es heute schon sind.

Wenn man sich überlegt, dass in der Antike die Rhetorik und besonders die "freie Rede" zu den höchsten Künsten zählte und die man als Politiker beherrschen musste, um je nach Interessenslage erfolgreich Plebejer oder Patrizier  für sich zu gewinnen, dann wird man schon wehmütig. Man denke da nur an Ciceros Reden vor dem Senat. Aber da muss man  gar nicht soweit schauen, wenn man sich mal historische Debatten von Wehner, Strauss, Schmidt oder auch Fischer  zur Gemüte führt. Dort gehörte das "freie Reden"  für die politische Überzeugungsarbeit im Parlament oder auf den Gassen  dazu.