Ein Bauchnabelfussel ist eine Ansammlung von Fusseln im Bauchnabel, die sich aus abgeriebenen losen Fasern aus Kleidungsstücken gebildet hat.
Bildschirmfoto 2009-10-22 um 21.01.39 Viele Menschen finden abends oder auch morgens einen kleinen Fussel in der Vertiefung ihres Bauchnabels. Der Grund dafür war lange Jahre unklar, bis im Jahr 2001 Karl Kruszelnicki von der Universität Sydney, Australien, eine systematische Untersuchung durchgeführt hat, um die Eigenschaften der Bauchnabelfussel zu bestimmen. Seine wichtigsten Erkenntnisse waren:

  • Bauchnabelfussel bestehen vor allem aus losen Fasern der Kleidung, vermischt mit abgestorbenen Hautzellen und ausgefallenen Körperhaaren.
  • Entgegen den Erwartungen bewegen sich Bauchnabelfussel auch aufwärts aus der Unterwäsche und weniger abwärts aus Hemden und Oberteilen. Die Bewegung resultiert aus der reibenden Zugkraft des Körperhaares auf der Unterwäsche, die lose Fasern in den Nabel zieht.
  • Frauen haben weniger Bauchnabelfussel, weil sie dünnere und kürzere Körperhaare haben. Umgekehrt haben ältere Männer mehr, weil sie stärkere und zahlreichere Haare haben.
  • Die charakteristische blaugraue Farbe der Bauchnabelfussel ist der Durchschnitt der Farben der Fasern in der Kleidung. Dieselbe Farbe haben Fusseln in Wäschetrocknern.
  • Die Existenz von Bauchnabelfusseln ist vollkommen harmlos und man muss nichts dagegen tun.
Kruszelnicki hat im Jahr 2002 den Ig-Nobelpreis (Persiflage auf Ignoble, engl. für unwürdig, schmachvoll, schändlich) für seine interdisziplinäre Forschung bekommen.

Graham Barker aus Perth, Western Australia, ist laut Guinness-Buch der Rekorde der Rekordhalter für das Sammeln von Bauchnabelfusseln. Er hat seit mehr als 20 Jahren beinahe jeden Tag seit dem 17. Januar 1984 seinen Bauchnabelfussel gesammelt. Er findet täglich etwa 3,03 mg. Im Gegensatz zu den Untersuchungen von Kruszelnicki sind seine Fusseln angeblich von rötlicher Farbe, obwohl er kaum rote Kleidung trägt.

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