Pure Tristesse und in der aktuellen Ausgabe der "Neon" schmökernd, lese gerade einen Beitrag mit dem Titel "Gegen Windmühlen" und irgendwie erinnert das mich an den Sichelschnittplan.

Ich weiß nicht, ich finde das ziemlich bedenklich, zumal es sich hierbei um einen Verbündeten handelt. Worum gehts? Wir schreiben das Jahr 2002, im Mai, zwischen den Kriegen in Afganistan und dem Irak, die halbe Welt prügelt auf die Bush-Administration ein. Erinnert sei nur an die weltweiten Antikriegsdemonstrationen, schuf eben jene Administration ein Gesetz mit den Namen "American Service Members Protection Act".

Hinter dieser harmlos vermutenden Bezeichnung, verbirgt sich jedoch ganz profan, eine Kriegserklärung an den kleinen Nato-Verbündeten Holland. Der Hintergrund hierfür, dass in jenem Jahr die Stimmen lauter wurden, eventuelle Kriegsverbrechen der USA vor den in Den Haag ansässigen internationalen Gerichtshof zu verhandeln.

Das Gesetz berechtigt demnach dazu, dass im Falle einer Anklage gegen Angehörige der US-Streitkräfte, diese aus der Obhut des internationalen Gerichtshof zu befreien. Ganz spontan fiel mir dann der Titel von Marlene Dietrich "Sag mir wo die Tulpen sind" ein.

Ich meine, man kann den kleinen Nachbarn mögen oder nicht, auch wenn sie noch niemals was ausser der EM1988 gewonnen haben, dass haben Sie nicht verdient, den was die individuelle Freiheit als normative Grundlage der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung betrifft, sind sie meilenweit dem eigentlichen Ursprungslandes der Demokratie voraus.