[Nachtrag] Gestern kam über Twitter (@ErfurtPresse) folgender Link, den ich ausgesprochen interessant zu lesen finde: «Denk mal drüber nach, was du deinen Eltern damit antust…” Erfahrungsbericht zur Sitzblockade Besetztes Haus.»

Am Donnerstag war es dann endlich soweit, nach ewig langen Streitereien hat die Stadt durchgegriffen und das Besetzte Haus „gestürmt“. Mit einem unglaublich großen Aufgebot seilten sich Polizisten auf dem Dach ab, fuhren Schützenpanzer in den Hof und drangen Polizisten ins Haus ein. Um 60 autonome Jugendliche und Hausbesetzer zu überwältigen. Bemerkenswert, nicht wahr?
Erfurter Punks und Autonome hatten die ehemalige Fabrikhalle von Topf & Söhne zum besetzten Haus erklärt. In den dreißiger Jahren stellte das Familienunternehmen hier, in der Rudolstädter Straße in Erfurt, Verbrennungsöfen für das nahe gelegene KZ Buchenwald her.
Der neue Besitzer will auf dem Gelände Geschäfts -und Wohnhäuser sowie eine kleine Gedenkstädte errichten.
Hier nun folgend ein Video aus Sicht der Demonstranten.
Räumung Besetztes Haus Erfurt 16.04.2009
Auch passende Artikel:
- Erfurt will Studenten Semesterzuschuss kürzen
- Eigentlich wollte ich heute ja zu Mutti… [Update]
- Erfurt // Was geht am ersten Mai?
- Erfurt’s burning
- Gasexplosion im Erfurter Dichterviertel
Tags: 16.04.2009, Autonome, Besetztes Haus, Erfurt, Polizei, Räumung, sitzblockade





















Scheiße ja, du glaubst gar nicht, wie einem der Arsch auf Grundeis gehen kann.
Wie meinst Du das, warst du mal bei sowas dabei?
hm… ich geb’ dir mal ‘ne unbefriedigende Antwort:
Früher, als ich noch zur Schule ging, war ich sehr brav. Ich habe kaum etwas angestellt, aber wenn ich etwas angestellt habe, dann wurde ich erwischt.
Zusammen mit meiner Neigung mich mit Underdogs abzugeben, von denen ich bisher stets freundlich willkommen geheißen wurde, ohne wirklich dazuzugehören, ist das eine recht üble Kombination.
Inzwischen weiß ich rechtzeitig, wann etwas eine Wendung nehmen könnte, die nicht gut für mich ist und bin nur Zuschauer.
Früher lief das aber (rein vom Gefühl her) nicht so ruhig und deeskalierend ab. Trotzdem kann ich den Besetzern gut nachfühlen. Man muss sich nur in Erinnerung rufen, dass die Polizisten scharfe Munition und wahrscheinlich auch eine gehörige Portion Angst , nein sagen wir mal Respekt haben, weil sie nicht wissen, was sie hinter der nächsten Türe oder Mauer erwarten könnte.
Wow, das ist ja ein geiles Statement. Irgendwie glaube ich sogar, ein wenig nachvollziehen zu können was du meinst. Und ganz so unterschiedlich sind wir in der Neigung uns mit Underdogs abzugeben auch nicht. Nur echte Hausbesetzer-Erfahrung habe ich weder in der einen, noch in der anderen Richtung.