Der Werther-Effekt

Als Werther-Effekt wird in der Medienwirkungsforschung das durch wissenschaftliche Studien belegte Phänomen bezeichnet, dass Suizide, über die in den Medien ausführlich berichtet wird, eine signifikante Zahl von Nachahmungstaten auslösen.

Goethes "Die Leiden des jungen Werthers" wurde 1775 in Leipzig durch den Stadtrat verboten, weil sich einige Menschen nach Erscheinen des Buches im Werther-Kostüm verkleidet (blauer Anzug, gelbe Weste und Hose) oder mit dem Buch selbst das Leben nahmen.

Der Begriff Werther-Effekt wurde 1974 von dem amerikanischen Soziologen David Philipps eingeführt, der als erster Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung über Selbstmorde prominenter Personen und der Selbstmordrate der Bevölkerung nachweisen konnte.

Der größte Anstieg an Suiziden in New York konnte nach der Berichterstattung über Marilyn Monroe's Tod fest gestellt werden.

Im Zuge des Werther-Effektes hat sich unter Journalisten ein Pressekodex etabliert, nicht über Schienensuizide zu berichten.

Auch der Schweizer Presserat hat eine entsprechende Leitlinie: "Wegen der Gefahr der Nachahmung sind detaillierte Berichte über Suizide und Suizidversuche zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für reale Fälle, sondern auch für fiktive in Kriminalfilmen, Beziehungsgeschichten, Milieufilmen usw. Die Frage der Medienwirkung ist bei Entscheid über die Publikation oder die Ausstrahlung eines Berichtes über einen Suizidfall mit zu berücksichtigen."

Quelle: Wikipedia

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