Nix Wissen ist eine Zeitkonstante

Was tun wir mit all unserem Wissen? Wir häufen täglich mehr Wissen an. Überall. Wichtiges und undwichtiges. Im Privatleben, in der Firma, der Staat selbst (besonders der) oder die EU. Einfach Alle. Doch wie können wir unser Wissen für die Ewigkeit bewahren? Wissen ist damals schon in großem Maße bei diesem verheerenden Brand der Bibliothek von Alexandrien verloren gegangen. Jene Bibliothek welche von Ptolemeus I im Jahre 288 v. Chr. gegründet worden war. Es war als Treffpunkt für die Weisen und großen Geister der Zeit gedacht. Gelehrte, Intellektuelle, Wissenschaftler und Schüler fanden hier ein Umfeld um über das damalige Wissen zu diskutieren und zu lernen. Sie war der Wissensspeicher schlecht hin. Eigentlich genau so wie große Datenzentren der heutigen Zeit. Diesmal natürlich nicht für Bücher, aber eben vielleicht doch, haben wir nämlich nahezu alles in digitaler Form gespeichert, verändert und weiter verarbeitet. Doch da beginnt das gleichzeitige Dilemma. Die Speicherung der Daten ist genau so ungewiss, zerstörlich (TM) und tausenden Gefährlichkeiten ausggesetzt die damals Bibliotheken dem Feuer. Papier dem Wasser. Festplatten dem Magneten. Das Deutsche Musikarchiv fürchtet um seinen CD-Bestand. Der viel gepriesene Tonträger zerfällt langsam, aber sicher. Die Versprechungen der Industrie Anfang der 80er-Jahre, mit der CD ein Speichermedium für die Ewigkeit gefunden zu haben, entpuppten sich als Ente. "Selbst bei perfekten Lagerbedingungen kann man den langsamen Zersetzungsprozess einer CD nicht aufhalten. Es ist eine Katastrophe. Damals in Alexandrien - wo im Übrigen tatsächlich viele Rockstars der damaligen Zeit abhingen, geht man von Gelehrten, Berühmtheiten oder Wissensdusrtigen wie Aristarchus, Hipparchus oder Archimedes aus - sowie heute in der Festplatte, dem USB-Stick oder der CD. Damals ging ein großteil des Wissen ins Nirvana über, verschwand einfach im Nichts. Damals schon ist das Ereignis von der kollektiven Wahrnehmung als herber Verlust erkannt worden. (Krieg lohnt nicht, geht es dabei doch immer nur um Bereicherung der Einzelbe, wo Wissen keine Rolle spielt) Und auch damals wollte man dagegen forschen, erfinden oder simpel umher tragen, einfach um es zukünftig verhindern zu können. Und das tun wir noch heute. Es gibt also auch heute, zweieinhalb tausend Jahre später keine wirklich funktionierenden Allzweckdatenspeicher. Ich komme somit zum zwangsläufigen Ergebnis, das wir in unsere Geschichte immer einen gewissen Teil unseres Wissens, der Kultur und der Geschichte verlieren werden. Wir können aktuell soviel umher kopieren -auf immer neu entwickelte Medien- wie wir möchten, aber das wird es nicht aufhalten können, geschweige denn verhindern. Bedenkt man das auch jetzt schon Probleme bestehen, Datensätze aus Softwareprogrammen mitte der 80ger (Atari TOS und Datasetten) problemlos in heutigen Programmen einzulesen und auszuwerten. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Problematik der Interoperabilität die durch ODF gelöst werden könnte.